Sonntag, den 19.September 2010
Chris Hopkins verbindet mit einigen wenigen Pianisten auf der Welt eine besondere
Leidenschaft für die Tradition des Jazz Pianos und insbesondere für den virtuosen Solo-Stil,
genannt "Harlem Stride Piano", dem im New York der 20er bis 40er Jahre Legenden wie Fats
Waller, James P. Johnson und Willie "the Lion" Smith zu einzigartiger Popularität verhalfen und
der gleichsam den Weg für die großen Pianisten des Swing wie Teddy Wilson, Art Tatum oder
Errol Garner bereitete. Weltweit gibt es heutzutage vielleicht ein gutes Dutzend Pianisten, die
diesen orchestralen und technisch höchst äußerst anspruchsvollen Klavierstil
beherrschen, der
gerade im Duo hochgradig kommunikative und magische musikalische Begegnungen entstehen
lässt. Auf dem Programm stehen stilbildende Kompositionen der alten Meister und geschickt
arrangierte Titel aus der Swingära und dem „Great American Song Book“. Dabei geht es nicht
um den nostalgisch verklärenden Rückblick, sondern um die zeitgemäße Fortführung dieser so
faszinierenden pianistischen Kunstform, mit enormem Spielwitz und großer Freude an der
brillanten und mitreißenden Improvisation.
Chris Hopkins wurde 1972 in Princeton, New Jersey (USA) geboren. Als einfühlsamer Begleiter und klangfarbenreicher Solist mit vielseitigem Repertoire zählt Chris Hopkins zu den gefragten Pianisten der internationalen Jazzszene. Etliche Tourneen, auf denen er Größen wie Clark Terry, Harry "Sweets" Edison, Dan Barrett, Warren Vaché, Scott Hamilton oder Butch Miles begleitete, führten ihn durch ganz Europa, die USA, Japan, Australien und Neuseeland, u.a. auch als Saxophonist und Leiter seines mehrfach ausgezeichneten Ensembles "Echoes of Swing". Hopkins legte mittlerweile mehr als 30 CDs vor. Unlängst erschien das Album „Teddy in 4 Hands“. Chris Hopkins ist hier an der Seite des amerikanischen Ausnahmepianisten Dick Hyman zu hören. Seit 2005 ist Chris Hopkins Dozent an der Hochschule für Musik Köln.
Louis Mazetier (geb. 1960 in Paris) gilt schon längst nicht nur in Frankreich als einer der heute bedeutendsten Meister des Stride Piano. Umso erstaunlicher, als er sich das gesamte Repertoire ohne jegliche klassische Vorbildung erarbeitete und nebenbei noch den Hauptberuf des Arztes ausübt. Mit seinem breit gefächerten Repertoire und mit seiner ungeheuren Energie zieht er jedes Publikum in seinen Bann. Als Vehikel nutzt er dabei nicht nur die Standards jener Jazz-Epoche, sondern auch weithin unbekanntes und neueres Material oder überrascht gar mit originellen Eigenkompositionen. Neben seinen zahlreichen gefeierten Auftritten als Solo-Pianist ist er Mitglied in der legendären "Paris Washboard" Band. Bereits 1992 wurde ihm sowohl der Sidney Bechet-Preis wie auch der Bill Coleman-Preis verliehen.